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Carlsberg? Probably? – Wie der EM-Sponsor für Aufsehen sorgt

Die EM 2016 ist bereits im vollen Gange und ich als Nicht-Fußball-Interessierter habe es mir trotzdem nicht nehmen lassen die letzte Halbzeit zwischen der Deutschen Nationalmannschaft und Polen zu gucken. Besonders gut hat mir das Spiel nicht gefallen. Dafür hat aber etwas anderes mein Interesse geweckt. Dieses ominöse „Probably“ als Bandenwerbung. Irgendwie kam mir das doch bekannt vor und ich habe es auch sofort mit dem Logo der Brauerei „Carlsberg“ in Verbindung gebracht. Doch die erste Frage die sich mir stellte war, ob sich Carlsberg jetzt umbenannt hat? – Dies ist aber nicht der Fall. Was es damit auf sich hat und warum dieser „Fehler“ meiner Meinung nach viel mehr Nutzen der Brauerei Carlsberg bringt, liest du in diesem Artikel.

Wieso Carlsberg mit dem Namen Probably wirbt

Tja, die Brauerei Carlsberg hat viele Millionen Euro an Werbegelder bezahlt um Haupt-Bier-Sponsor der Fußball Europameisterschaft 2016 zu werden. Leider ging dies auf dem ersten Blick nach hinten los, denn in Frankreich gibt es seit 1991 das „Los Evin“ -Gesetz. Dieses Gesetzt wurde nach dem Sozialminister Claude Evin benannt, welches den Umgang mit Suchtmitteln regelt und besagt, dass Werbung von Alkohol und Tabak im TV untersagt ist. Zudem verbietet es auch den Verkauf dieser Produkte auf Sportplätzen und in Stadien. Allerdings gibt es hierzu gewisse Sonderregelungen.

Was hat Carlsberg nun gemacht? – Sie haben viel Geld dafür bezahlt Haupt-Bier-Sponsor der Euro 2016 sein zu dürfen und nun dürfen sie ihr Logo doch  nicht verwenden. Ob es nun eine clevere Werbe-Idee oder eine Notlösung war, darüber kann man nur spekulieren. Aber Carlsberg tauscht für die EM 2016 den eigenen Namen gegen das Wort „Probably“, welches vom Claim (Slogan) „Probably the best beer in the world“ stammt. Dieser wird im Logo-Schriftzug auf dem passenden grünen Hintergrund platziert und sieht dem eigentlichen Logo ziemlich ähnlich. Auf der Bandenwerbung wird in diesem Fall sogar nur mit dem Claim gearbeitet. An erster Stelle steht das „Probably“ was das Logo ersetzen soll. Wenn die Bandenwerbung nach ein paar Sekunden umspringt, erscheint dann der Claim „… the best beer in the world“.

Darum funktioniert die werbung mit dem Schriftzug Probably so gut

Kennst du die Anzeigenseite in der Tageszeitung, auf der hunderte von Anzeigen stehen? – Die meisten mit viel Text und schwarzer Kontur? Dies nennt man im Fachjargon „Anzeigenfriedhof“. Mann nennt es so, weil diese Anzeigen nebeneinander liegen und keine von ihnen wirklich herausstechen kann. Da so eine Anzeige nicht funktioniert, ist diese quasi tot. So ähnlich verhält es sich auch bei der Bandenwerbung. Man nimmt sie vielleicht wahr, aber interessieren tut sie wirklich kaum jemanden. Diesem Problem hat sich Carlsberg angenommen und daraus ein Werbewirksames Mittel gemacht. Denn da fällt einem sofort die Bandenwerbung von Carlsberg auf.

Während die Logos, von McDonalds z.B., schon tausendfach gesehen wurden  und man diese schon gar nicht mehr richtig wahrnimmt, da sie ja allgegenwärtig sind, empfindet man das Logo von Carlsberg mit dem Schriftzug Probably als störend. Der Grund hierfür ist, dass unser Gehirn verwirrt ist. Wir haben das Carlsberg Logo abgespeichert und erkennen etwas was genau so aussieht, aber nicht das selbe ist. Das sorgt dafür, dass das Gehirn das Logo nicht wirklich zuordnen kann und wir der Sache auf den Grund gehen wollen. Wir fragen uns, was es damit auf sich hat. In meinem Fall frage ich mich ob Carlsberg einen neuen Namen bekommen hat, andere fragen sich vielleicht woher sie das Logo kennen, wiederum andere wissen, dass es von einer Brauerei kommt, aber fragen sich von welcher.

Carlsberg Probably bleibt in den Köpfen

So gelingt es, dass Carlsberg nun in den Köpfen der Betrachter ein großes Fragezeichen hinterlässt. Aber nicht nur die Betrachter werden angesprochen, auch die Medien berichten darüber und selbst ich, als Fußball-Uninteressierter. Ich kannte zum Beispiel den Claim von Carlsberg nicht, jetzt kenne ich ihn und beim Einkaufen ist mir gleich eine Dose Carlsberg Bier ins Auge gesprungen. Daher denke ich, dass durch dieses „Missgeschick“ für Carlsberg viel mehr herausspringt, als wenn sie einfach nur ihr Logo auf den „Bandenfriedhof“ geparkt hätten. Zudem habe ich noch keinen über die Bandenwerbung von McDonalds reden hören.

 

About the author

Daniel

Daniel ist gelernter Mediengestalter und profitiert von über 10 Jahren Grafikerfahrung in Werbeagenturen und als selbständiger Grafiker. Privat ist er ein großer Musikliebhaber, Eishockey-Fan und Vater eines coolen Sohnes.

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